Du befindest dich in der Kategorie: probiert.... Montag, 05. Februar 2007
1921-1929-1934-1959-1961
zwei burgunder aus einem grossen jahr - ein 5-buttiger tokajer aus einem grandiosen jahrgang - zwei montrose aus ebenfalls grandiosen jahrgängen und ein sauternes aus einem sehr guten bis hervorragenden jahr. dazu vorab zur vorspeise ein chardonnay aus 2004. das hört und liest sich alles sehr schön, waren die erfahrungen wie immer einzigartig so sind enttäuschungen doch auch da. bei den zwei burgundern aus 1929 waren wir eher zurückhaltend in den erwartungen, da die erzeuger eher zu den unbekannten zählten. nicht immer jedoch muss dies was besagen - im gegenteil - die überraschungen die man ab und an bei unbekannten händlern oder erzeugern erlebt sind manchmal überraschend. diesmal jedoch nicht. ein 1959 (abgefüllt durch grants of st. james - london) & ein 1961 montrose (abfüllung durch baur au lac in zürich) entäuschten ebenfalls. der 1959 war sehr reif aber mit einer tollen balance. der 1961 mit viel, aber inzwischen mürbem tannin und einer gewaltigen den wein teilenden säure. ohne diese säure wäre das ein monument. der 1934 suduiraut bestach mit einer klaren prägnanten säure die dem wein aber eine gewisse frische verlieh. drumherum mit schöner süsse. der 1921 5-buttige tokaj habe ich blind als sauternes "erkannt" - nie im leben wäre ich auf einen tokajer gekommen. auch als der wein aufgedeckt wurde und ich nochmals intensiv nachverkostete musste ich beim sauternes bleiben. aber egal, ein wunderbarer wein. 2004 "hard" chardonnay- ziereisen: unbedingt in eine karaffe...mindestens 2 std. vorher dekantieren. deutliches aber sehr fein gewebtes holz, süssliche marzipan nase mit reifen birnen....äpfeln...orangen, alles zwar kraftvoll aber gut abgestimmt, mit luft wird das holz etwas dezenter. am gaumen hohe extraktsüsse mit viel mineralik, wieder röstaromatik, melonen, hefig, etwas traubenschalen, reife säure, touch gerbstoff, allg. noch deutlich zu jung, weitere 2 jahre nötig damit der wein sein komplettes spektrum offenbart. druckvolle länge. 1929 chambolle-musigny - e. mathouillet & co (negociant beaune): extreme flüchtige säure, alter madeira, talkum, gummischlauch, wird mit der zeit besser & reife burgunderaromen kommen durch. am gaumen eine brachiale säure, wie wenn ein scharfes messer den gaumen teilt, denkt man sich die säure weg sieht es nicht viel besser aus. bricht zusammen. 1929 pommard - eugene ?angeron de savigny-les-beaune: süsslich, getr. laub. getr. kräuter, oregano & etwas kümmel. am gaumen wieder eine sehr scharfe säure - nicht so extrem wie beim chambolle, um die säure herum sieht es deutlich besser aus, balancierte art, samtig, mit etwas substanz, luft tut ihm gut. deutlich besser als der chambolle-musigny. 1959 montrose englische abfüllung: dezente nase nach erdigem, getr. rote früchte, verblühten rosen, gewisse tiefe, wird besser mit luft. am gaumen anfangs enttäuschend, danach sehr gute balance, prägnate säure, abgehangenes rindsfilet, würze, zeitweise metalischen touch , guter wein mit noch gewissem charme aber deutlich über dem zenit. 1961 montrose schweizer abfüllung: kompakte nase, grüne walnüsse - "tanninig", aber auch eine klare rote frucht was die eigentliche jugend noch anzeigt, leder, getr. kräuter. am gaumen sattes mürbes tannin, durchbrochen von einer gewaltigen säure, aber neben der säure ein wein mit noch unheimlicher kraft & jugendlichkeit, extraktreich, tiefe, grosse struktur, wieder rote frucht, etwas grüne walnüsse, pistazien, touch vegetabil, erinnert mich an den jahrgang 1928 - aber diese säure macht mir grosses kopfzerbrechen - die kann nicht normal sein. eine chateau-abfüllung wird wohl klarheit bringen. ist die erste 61 montrose die ich verkostet habe, aber irgendwie bin ich überzeugt in diesem wein steckt eine art 28er drin. 1934 suduiraut: unbedingt 15-20 minuten warten oder dekantieren, dann dezente creme brulee, sahnig, kühle butter, getr. aprikosen & etwas minziges. am gaumen anfangs stumpf & prägnante säure, mit luft kommet alles runder...weicher, tiefer, vanillig, allg. es fehlt etwas die teife & komplexität, mittlere etwas aufgesetzt wirkende süsse, von der aromatik eher einfach gemacht, die säure gibt dem wein eine frische & spannende note, mittellanger bis langer abgang. wird sich so weitere 5-10 jahre halten. insgesamt ein schöner wein. 1921 tokaji 5 puttonos aszu - königlich ungarische staatskellerei: blind für einen sauternes gehalten, anfangs leicht säuerliche sahne, blockmalz etwas, intensive gebrannte creme, honig, rosiniger touch, komplex mit der zeit, balanciert & auf dem punkt. am gaumen deutliche aber reife säure -rückgrat des weines, jung & kräftig wirkend & doch gewisse balance, nichts oxidatives, langer erfrischender abgang. herrlicher nicht so süsser wein zum reifen käse!
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