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2007 vor der ernte - nahe
Der extrem sonnenreiche, warme und trockene April brachte an der Nahe nach einem milden Winter einen Austrieb bereits Mitte April. Das war gegenüber dem langjährigen Mittel ein Vorsprung ca. 18 Tagen. Der Vorsprung vergrößerte sich im ebenfalls überwiegend milden Mai weiter.
Dies führte zum frühesten Blütebeginn seit Beginn unserer Aufzeichnungen; das Blüteende lag in frühen Lagen noch Ende Mai und damit ca. 1 Woche früher als in den bisherigen Rekordjahren 2000 und 2003. Mitte Juni betrug der Vegetationsvorsprung gegenüber dem langjährigen Mittel bereits 20-25 Tage. In späten Lagen kam es bei sensiblen Sorten zu leichten Störungen des Blüteverlaufs, was sich Trauben lockernd und Ertrags mindernd auswirkte.
Ein Teil des Entwicklungsvorsprungs wurde vor allem ab der zweiten Julihälfte eingebüßt. Dies betrifft Riesling stärker als die frühen Sorten. Der Reifebeginn bei Müller-Thurgau lag auf frühen Standorten um den 24. Juli, bei Riesling um den 6. August. Insgesamt liegt die Spannweite zwischen den frühesten und spätesten Lagen im Gebiet bei etwa 12 Tagen. Gegenüber dem Mittel der letzten Jahre beträgt der Vorsprung bei Riesling derzeit noch ca. 10-17 Tage. Der Reifebeginn ist vergleichbar mit dem Jahrgang 2003, allerdings bei deutlich höheren Säurewerten.
Die Versorgung mit Wasser war über den gesamten Sommer hinweg gut. Starke Gewitterniederschläge führten in Teilbereichen des Anbaugebietes zu temporärer Überversorgung, wodurch mancherorts termingebundene Arbeiten erschwert wurden. Gravierende Pflanzenschutzprobleme gab es während des Sommers nicht. Allerdings kam es seit Mitte Juli vor allem bei Riesling zu massiven Sonnenbrandschäden, teilweise mit Schädigungen der Stielgerüste.
Die parzellenbezogenen Ertragserwartungen sind insgesamt sehr unterschiedlich. Große Unterschiede ergeben sich auch durch individuell sehr unterschiedliche Zielvorstellungen und entsprechende Maßnahmen (z.B. Anschnittniveau). Bei frühen Ausdünnungsmaßnahmen wurde Zurückhaltung geübt, frühe Teilentblätterung wurde dagegen in großem Umfang praktiziert.
Von "rappelvollen" Anlagen bis hin zu "es dürfte ruhig etwas mehr sein" ist alles anzutreffen. Eine realistische Ernteschätzung ist in Anbetracht der momentanen Witterung sehr problematisch. Vorzeitig starker Botrytisbefall und Aufplatzerscheinungen sind in Anbetracht der Wetterlage von beängstigender Wahrscheinlichkeit. Dadurch würden auch die Erntemengen reduziert. Derzeit ist allenfalls mit einem leicht überdurchschnittlicher Ertrag, der bei Fortdauer der derzeitigen Witterung allerdings auch nach unten weg brechen könnte, zu rechnen.
Der beschriebene Entwicklungsvorsprung bietet natürlich nach wie vor eine gute Basis für hohe Mostgewichte und Spitzenqualitäten. Ein mit dem 2003er Jahrgang vergleichbarer Absturz der Säurewerte ist unwahrscheinlich. Sollte es trocken werden und bleiben, gibt es qualitativ nach oben keine Grenzen. Anhaltend feuchte Witterung könnte allerdings ähnlich fatale Folgen wie 2006 haben.
Die nächsten 4 Wochen haben für die Qualität eine größere Bedeutung als die letzten 4 Monate. Seriöse Qualitätseinschätzungen sind nicht möglich. Der Reifevorsprung früher Lagen könnte sich erneut, wie schon oft in den letzten Jahren, als Nachteil erweisen. Die im Wege der klimatischen Veränderungen in den letzten Jahren entfachte Diskussion im Hinblick auf Sortenwahl, Sorten- und Standortbewertung etc. wird durch die Erfahrungen des Jahrgangs weitere Munition erhalten.
Die Winzer schwanken derzeit zwischen Sorge und freudiger Erwartung. Mit jedem Tag Fortdauer der momentanen Witterung wird jedoch die Sorge größer. Leider ist beständig trockenes Wetter derzeit nicht in Sicht. |
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Kompetenzzentrums Weinmarkt & Weinmarketing Rheinland-Pfalz
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