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Donnerstag, 16. August 2007
2007 vor der ernte - mosel
Von wein-sigihiss, 09:14

Ausnahmejahre werden zur Regel

Der 2007er wird an der Mosel nach Einschätzung des DLR Mosel ein qualitativ überdurchschnittlicher Jahrgang. Der enorme Vegetationsvorsprung wird zu einem frühen Erntebeginn führen. Welche Folgen dies für Lesegut bzw. Erntemenge haben wird, bleibt abzuwarten und ist in großem Maße von der Witterung vor und während der Ernte abhängig. Trotz partieller Schäden durch Hagelschlag am 25.05. und 21.06.2007 wird die Erntemenge voraussichtlich leicht über der letzt jährigen Ernte (0,82 mio hl) liegen.

Diese Entwicklung passt optimal in die momentanen Marktgegebenheiten. In den Winzerkellern liegen bis auf wenige Ausnahmen keine Altbestände mehr. Die Kellereien können derzeit teilweise noch auf kleinere eingelagerte Bestände zurückgreifen. Dennoch wird der Jahrgang 2007 sehnsüchtig erwartet. Der Markt kann somit bedient werden. Das Anbaugebiet Mosel, das über ein Drittel der rheinland-pfälzischen Rieslingflächen bewirtschaftet, profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Riesling Weinen.

Sowohl im Export als auch zunehmend im eigenen Land erfährt der Riesling große Beachtung beim Verbraucher und erfreut sich steigender Absatzzahlen. Mit über 5.500 ha Riesling ist das Anbaugebiet Mosel der wichtigste und bekannteste Partner in Sachen Riesling.

Der Beschaffungsmarkt befindet sich im Wandel. Konnte man vor einigen Jahren noch keine oder nur sehr wenige Lieferverträge vor dem Herbst abschließen, entwickelt sich diese Situation heute positiv. Der Anteil der auf dem so genannten Spotmarkt gehandelten Moselweine wird immer kleiner. Mit der Abgabe von Trauben oder Lieferverträgen für Jungwein sind große Mengen der Ernte 2007 bereits lange vor dem Herbst in festen Händen.

Hagel und Sonnenbrand

Der Hagelschlag vom 25.05.07 hatte großräumig von Kenn bis Kröv starke Verwüstungen in den Weinbergen hinterlassen. Am schlimmsten hatte es Trittenheim, Neumagen und Minheim getroffen. Die Reben waren zunächst in einen Schockzustand gefallen und hatten sich teilweise erst nach 2 Wochen wieder in die Vegetation eingefügt. Mittlerweile sind auch diese Weinberge in vollem Grün, aber die abgeschlagenen Trauben fehlen. Was übrig blieb konnte sich recht gut entwickeln und wird zumindest noch einen kleinen Ertrag bescheren. In den Gebieten, die später vom Hagel getroffen wurden, sind deutliche Beschädigungen an den bereits entwickelten Beeren entstanden. Hier ist ein trockener Herbst besonders wichtig, um keinen verfrühten Botrytisbefall zu bekommen, mit den Konsequenzen einer vorgezogenen Lese. Allgemein werden die Schäden in der Region von den Versicherern quer über alle Betriebe mit 5 bis 60 % Ertragsausfall geschätzt:

Die Schadenshöhen liegen mit 85 %, punktuell auch bis 100 % in Trittenheim und dem angrenzenden Areal am höchsten. Zu diesem stark betroffenem Gebiet gehören auch Klüsserath, Minheim und streifenweise Neumagen sowie Niederemmel. Selbst in Kröv sind die Schäden mit bis zu 15 % veranschlagt worden. Maring-Noviand , wie auch das Ruwertal bei Mertesdorf haben um den 21. Juni einen zweiten Hagelschlag erfahren müssen. Schäden von 30 % wurden hier verzeichnet. Die Obermosel und Saar ist verhältnismäßig glimpflich davon gekommen. Punktuell ist auch die Sauer stark betroffen.

Nach einem eher mit Wolken verhangenen Sommer mit guter Wasserversorgung führte das Wochenende um den 15.07.07 zu teilweise starken Sonnenbrandverletzungen an den Trauben, insbesondere bei Anlagen mit stärkeren Laubarbeiten oder Teilentblätterung der Traubenzone. Hier sind die meisten Beeren mittlerweile eingeschrumpft oder gar abgefallen.

Trotz dieser naturbedingten Mindererträge in regional begrenzten Bereichen kann im Anbaugebiet Mosel derzeit mit einer qualitativ sehr guten Ernte in marktgerechter Quantität gerechnet werden. Entscheidend wird hierfür letztendlich die Witterung während der Ernte sein.

quelle: Kompetenzzentrums Weinmarkt & Weinmarketing Rheinland-Pfalz

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