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ÜBERREGIONALE MITTEILUNG NR. 7 VOM 17.07.2007
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WEINBAUHINWEISE
1. Witterung und Stand der Vegetation: Nach einer lange anhaltenden feucht-kühlen Witterungsperiode von Juni bis Mitte Juli hat ein plötzlicher Temperaturumschwung stattgefunden. Zwischen Temperaturminimum am 10. Juli und Temperaturmaximum am 14. Juli lagen etwa 26°C. Die hochsommerlichen Temperaturen in Verbindung mit starker Sonneneinstrahlung hat zur Beschleunigung der Vegetationsentwicklung beigetragen, leider aber auch in der empfindlichen Phase „kurz vor dem Weichwerden/Färben“ in unterschiedlicher Intensität Sonnenbrandschäden und Überhitzung der Beeren verursacht. Die Bodenwasserreserven lassen bis zur Lese keinen Trockenstress mehr erwarten, sodass die Rebentwicklung sehr zügig voranschreitet und ein extrem früher Lesebeginn noch im August, weiterhin erwartet werden muss. Das Lesen in kühleren Tagesperioden oder nachts und eine konsequente Nutzung aller Kühlungsmöglichkeiten für die Trauben bis zur Verarbeitung haben für Qualität, Typizität und Fehlerfreiheit der Weine grundlegende Bedeutung und sind daher bei der Lese 2007 konsequent zu nutzen.
2. Ertragssituation und Regulierungsmaßnahmen: Über alle Sorten und Standorte des b.A. Baden kann in gut gepflegten und bisher nicht im Ertrag regulierten Anlagen mit Erntemengen zwischen 85 und 100 hl/ha gerechnet werden. Jüngere Rebanlagen (bis 9. Standjahr) können ein bis zu 30% höheres Ertragsniveau aufweisen, Rebanlagen mit sehr intensiven weinbaulichen Pflegearbeiten (Blattdichteregulierung z.B. durch Blase-/Saugtechniken, Gibberellin-Anwendung, konsequentes Entfernen von Doppel- und Kümmertrieben, Ertragsregulierung), können ein um 20 bis 30% niedrigeres Niveau zeigen. Wo ertragssteuernde Maßnahmen noch erforderlich sind, sollten diese möglichst rasch, spätestens jedoch bis zur Monatwende Juli/August durchgeführt werden. Nach dem „Weichwerden/Färben“ konzentriert sich die Reduzierung der Trauben auf die oberen Trauben (horizontale Regulierung) bzw. auf die Traubenschultern. Insbesondere beim Blauen Spätburgunder sind aufgrund der Mengenentwicklung und der Bedeutung der Sorte für unser Anbaugebiet ertragssteuernde Maßnahmen noch konsequent durchzuführen. Im Anhang sind die durchschnittlichen Traubengewichte, die für die Lese 2007 zu erwartenden Traubengewichte und die pro Rebstock anzustrebenden Traubenzahlen für verschiedene Ertragsniveaus als Hilfestellung bei Ertragsregulierungen dargestellt.
3. Arbeiten in Laub und Traubenzone: Nach dem Abschluss der Rebschutzmaßnahmen sollte eine gesunde Laubwand von mindestens 1,20 m Höhe vorliegen und ein optimales Blatt-Frucht-Verhältnis (12-15 Hauptblätter pro Trieb) gegeben sein. Ab dem „Weichwerden/Färben“ ist, wo noch nicht ausreichend geschehen, die Entblätterung in der Traubenzone intensiv durchzuführen. In Erwartung sehr warmer Lesebedingungen erhält ab jetzt die reduzierte Laubdichte den größten Stellenwert in der Gesunderhaltung und Reife der Trauben. Geiztriebe in der Traubenzone sollten daher ebenfalls entfernt werden.
4. Bodenpflege: Aufgrund der sehr hohen Bodenwasserversorgung und Niederschlagstätigkeit sind begrünte tragfähige Fahrgassen anzustreben. Bei bisher geringem bis fehlendem Bewuchs kann dies durch Übersaaten z.B. mit Rotklee, Ölrettich oder Phacelia und einer Grasart wie z.B. dt. Weidelgras, Rotschwingel, Wiesenrispe oder Strausgras ohne Bodenbearbeitung erreicht werden. Auf Bearbeitungsmaßnahmen zur Bodenöffnung muss wegen Gefahr von Stickstoffüberversorgung, Strukturschäden und Begrenzung der Befahrbarkeit auf jeden Fall verzichtet werden.
Tab. 1: Langjähriger Mittelwert und für 2007 erwarteter Mittelwert der Einzeltraubengewichte bei
verschiedenen Rebsorten in Baden
...........................Durchschnittliche (langjähriges Mittel).....Für das Jahr 2007 erwartete
.........................................Traubengewichte [g]......................Traubengewichte [g]
Müller-Thurgau..............................200..............................................220*
Riesling..........................................165..............................................198**
Gutedel..........................................210..............................................252**
Ruländer........................................145..............................................160*
Weißburgunder.............................160..............................................176*
Spätburgunder (L-Klone).............185..............................................167***
Spätburgunder(Standard-Klon)...165..............................................182*
* erwartet werden ca. 110 % des langjährigen Traubendurchschnittgewichtes
** erwartet werden ca. 120% des langjährigen Traubendurchschnittgewichtes
*** erwartet werden ca. 90% des langjährigen Traubendurchschnittgewichtes
Tab. 2: Für die Erreichung der Produktionsziele 90 hl/ha, 80 hl/ha bzw. 60 hl/ha im
Jahr 2007 erforderliche Traubenzahlen bei verschiedenen Rebsorten in Baden
..........................................Produktionsziel........................Produktionsziel........................Produktionsziel
......................................90 Hektoliter/Hektar.................80 Hektoliter/Hektar..................60 Hektoliter/Hektar
.......................................Trauben je Stock......................Trauben je Stock......................Trauben je Stock
Müller-Thurgau.........................13..............................................11...............................................8
Riesling.....................................14.............................................12................................................9
Gutedel.....................................11............................................9-10..............................................7
Ruländer...................................17.............................................15...............................................11
Weißburgunder........................16...........................................13-14............................................10
Spätburgunder (L-Klon)..........17.............................................14.............................................10-11
Spätburgunder (Standard).....15.............................................13..............................................9-10
Die nächsten Weinbauhinweise erfolgen voraussichtlich am 29.08.2007
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