Du befindest dich in der Kategorie: probiert.... Freitag, 23. Dezember 2005
exotisch & chaotisch - bericht
es kam noch ein 28 suduiraut dazu. was ne böse überraschung....schon mal vorab - die weine haben die erwartungen zu 101% erfüllt. es war eine unvergleichliche probe, allein schon wegen der zusammensetzung der weine. über den monetären wert der weine sollte man sich am besten keine gedanken machen. der cheval blanc war eine vandermeulen abfüllung mit top shoulder niveau. beim herausziehen des korkens hatte ich einen sehr langen moment das blanke entsetzen im gesicht. der korken kam sehr sehr leicht ohne grossen kraftaufwand & in einem rutsch heraus. ich hatte den verdacht das der korken eingetrocknet war & somit zu klein war, was bedeutet hätte, dass luft in die flasche gekommen wäre. die erleichterung kam beim probeschluck..... beide sauternes waren chateau-abfüllungen - upper shoulder / top shoulder. der burgunder war aus einem belgischen keller. alle angaben waren im kellerbuch verzeichnet. keine angaben auf dem korken & kein etikett. flasche, korken & kappe waren aber eindeutig original. wir haben sehr sorgfältig nach manipulationen gesucht und keine gefunden. auf den screaming eagle - das hört sich jetzt dekadent an in anwesenheit von cheval & d'yquem - war ich am meisten gespannt. der mythos um den wein ist fast schon skuril zu nennen. 1915 nuits st.-georges: helles ziegelrot, leichte trübung, fliesst fast ölig ins glas. anfangs erdig, etwas muffig aber schon sehr schön. nach 10 min. öffnet sich die nase mit typischem reifen fast schon musigen himbeeren & erdbeeren. hohe eleganz & komplexität, tief, grazil, nach weiteren 15 min. kommt eine fast unglaubliche süsse hinzu....würzig...soja...dunkles karamell. extrem beindruckend - wir haben uns alle 3 ungläubig angeschaut. am gaumen kraftvolle nahezu perfekte balance...seidigkeit...samtigkeit aber mit noch spürbaren reifen tanninen & ich bilde mir ein mineralische noten zu schmecken. getr. feigen, wieder fast überreife himbeeren & erdbeeren, erdig, touch lakritze. wahnsinnig lang...struktur & balance at it's best !! unendlich tief....komplex.....lang. ich muss ehrlich gestehen dass ich mir die flasche, den korken & die kapsel nochmal geholt habe um sicher zu gehen dass da alles mit rechten dingen zugegangen ist. um mit den worten eines freundes zu sprechen:" da fliegen dir die schuhe weg". 1947 cheval blanc: erste nase - dunkelste bitterschokolade aber so klar & rein dass es fast nicht zu glauben war (sowas hab ich bis dato noch nie an einem wein gehabt) lakritze, tabak, eigelegte pflaumen rumtopf, konzentrierte amarena-kirsche, weit ausladend & offen, druckvolle nase, schwarz & tief, angebranntes karamell. sagenaft. hat etwas fast schon etwas arrogantes....von oben herab. so steht die nase im glas - so nach dem motto ..." schau wie du mit mir klar kommst" (ich weiss ist nicht sehr sachlich die aussage, aber dieser gedanke kam mir). am gaumen wird druck ausgeübt, sehr konzentriert, port-aromen , weite grosse struktur, rum, getr. kräuter, teer, etwas trüffliges, dunkles mousse au chocolat. edle bitterschokolade, der wein steht sicher 1 minute am gaumen, noch kraft, keinste anzeichen von schwäche. grandios der wein verzieht nicht die geringste grimasse - auch nach 2 std nicht. 2002 screaming eagle: dichtes schwarzrot, erste nase konz. - mittlere intensität, wirkt enorm kompakt & kraftvoll, zu den aromen: erwartet hatte ich sehr konz. rote & schwarze marmeladige aromen. casis pur..usw. aber nichts von alledem sondern: mineralität, tee-noten, etwas tabak, leicht moosig, deutliches aber nicht zudeckendes barrique, getr. äste, schwarzer pfeffer, dezente schwarze kirsche & johannisbeeren, verdeckt auch etwas leder. nach 1 std. wird die nase offener & das barrique kommt etwas deutlicher. am gaumen eine unglaubliche dichte & kraft. wie in beton gegossene struktut... heisst der wein wirkt unerschütterlich. trotzdem ist er nicht fett oder monolytisch - kein neue welt süsse. gut eingebundener akohol, säure & extrakt im einklang, sehr mineralisch, mit aromen die an bleistift - leder, kräuter der provence erinnern (lesegut muss top reif gewesen sein), barrique sehr gut eingebunden obwohl deutlich schmeckbar. der wein ist 10 jahre zu jung & hat sicher 20+ jahre vor sich. ein wein mit grossem charakter !! irgendwie fühle ich mich an einen latour erinnert - nicht von der aromatik sondern von der struktur ...kraft. ein kalifornischer latour...? 1937 d'yquem: sehr offene & dichte, weite nase, cognac, gerste, feines süsses malz, dunkler honig, feines toffee, süss, extrem tief,man kann noch hundert aromem rausriechen. getr. aprikosen, feigen, quitten, frisches brioche & brotrinde, wirklich grandios. diese fl. ist deutlich besser als jene vor ca. 1 jahr.am gaumen dichte balance von süsse & säure, kraftvoll, steht ewig am gaumen, der wein explodiert förmlich, creme brulee, frische feigen, kandierte ananas, helle schokolade, rosinen, steht extrem lang am gaumen. sicher noch 20 jahre wenn die fl. so top ist wie diese ! 1928 suduiraut: nicht die opulenz wie der d'yquem, wirkt karger, wirkt trockener, getreide, bisquit, brioche, getr. aprikosen, sehr elegant & komplex, feingliedrig, dez. heller honig, offen, verändert sich wenig innerhalb 2 std., auch nach 4 std. keinste anzeichen von schwäche, am gaumen schönste balance, finesse, leichter als d'yquem, eine ballerina & kein kraftsportler, wieder getr. aprikosen, etwas vanillige creme brulee, strohig, dez. mineralität, sehr langer...feinergliedriger...eleganter abgang. ich sehe beide auf augenhöhe - momentan würde ich den suduiraut vorziehen, obwohl keiner von beiden besser ist als der andere - nur eben grundverschieden. hier ein ferrari & dort ein rolls-royce - beide sind einzigartig.
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