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Sonntag, 15. Januar 2006
breuer - spätburgunder 94-96-97-98
Von wein-sigihiss, 18:35

nun endlich habe ich zeit gefunden die angekündigte kleine breuersche spätburgunder probe zu machen. wie auf dem foto zu sehen, sind die etiketten damals andere gewesen. die aktuellen sind meiner meinung nach deutlich stilvoller als jene auf dem foto. jedoch ist die wichtigkeit der ausstattung, eher nebensächlich, wenn’s um die qualität des flascheninhaltes geht.

1994: hellste farbe, offene & reife nase, anfangs stallgeruch vermischt mit mineralität, moos, unterholz, nach 15. min. deutlicher feuerstein, erdig, das stallige geht deutlich zurück - bleibt aber immer vorhanden, am gaumen mittlerer körper, tannine sehr geschmeidig, kein powerwein, viel tr. mineralik, feine schlanke säure, erdig, finesse, lang anhaltende mineralische noten, nicht die grosse tiefe, ein sehr schöner reifer spätburgunder, mit struktur & gewisser strenge. sehr guter wein mit stil. dürfte sich auf diesem niveau noch 2-4 jahre halten. 

1996: etwas zurückhalternd, kühle mineralik, feuerstein, süßlich - dunkler tannenhonig, pinie, etwas würziges wie liebstöckel, am gaumen weiter angelegt als 94, offen struktur, wirkt anfangs runder als 94, leicht antr. tannine, kühle, etwas dumpf in der mitte des gaumens, wenig klare aromen – wein verändert sich ? leicht bitter-grüne note, mittlerer trocknender abgang. saftigkeit geht nach 30 min. verloren  wein ist jetzt etwas dumpf....noch dumpfer... kein tca aber schleichender kork - wird mit der zeit immer schlimmer. Schade.

1997: anfangs sehr verschlossen, stallgeruch - aber dezenter als beim 94, ätherische öle, nach 15 min. kommt sehr deutlich feuerstein & kalter würziger rauch, animalisch, offene nase, am gaumen weich, rund, saftig, feines mineralisches rückgrat, saftig, druck, balance, reife tannine, feine säure, voll, weiteste struktur von allen (paßt in die jahrgangs-charakerristik) - wieder ein wein der für mich die sehr hohe qualität des 97 spätburgunders in deutschland belegt., reife schwarze & rote früchte, schwarze kirsche dominiert, etwas kalkiges, moos, leder, klasse wein, mit noch sicher 6-8 jahren,  

1998: sehr offene nase, getr. kräuter, tee, cassis, amarena kirsche, nasser schiefer, rosmarin, touch trüffel, pinie, auch etwas leicht medizinales, nach 15 min. verändert sich die nase in richtung eingelegte rote & schwarze früchte, schwarze oliven, eukalyptus, tiefe & komplexität, am gaumen ein abbild der nase, druck, voller körper, etwas sandige tanninstruktur, feine bittere note, dez. mineralik, reife säure, noten wie schwarze eingelegte früchte, etwas lakritze, klasse wein, sicher noch 4-6 jahre

alle 4 weine sind ein Genuß. außer dem 97 sind alle weine klar aus einem haus, hohe mineralik & ähnliche struktur, sehr ähnliche tanninstruktur, allg. sehr dezentes holz, weine welche nicht von der aromatik der frucht, sondern der struktur & mineralität leben. keine weine für liebhaber dicker & sehr fruchtiger weine. die weine bringen sehr gut das kühle kllima, den sehr mineralischen boden & jeweils die jahre in ihrer verschiedenen ausprägung, zum ausdruck. ich mag den ausdruck terroir nicht wegen seiner inflationären anwendung...aber hier trifft das zu. noch was: keiner der weine bricht nach 4-5 std. zusammen, was durchaus bei einem 94 oder 96 zu erwarten gewesen wäre.

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