Montag, 28. Januar 2008
der tag danach
notizen einer 1990er bdx probe nach 24 std. viel spass damit! sigi hiss
Donnerstag, 24. Januar 2008
1978 rouge homme
coonawarra claret - aus shiraz & cabernet, innenfläche der flasche war komplett mit einer schicht depot überzogen! sehr offene konz. nase, jod, hauch frische muskatnuss,deutliche sojawürze vermengt mit dichter frucht....sehr süssliche himbeere-brombeere-johannisbeergelee, geniale nase, holunder frucht & holunderblätter, wahnsinnig tief. am gaumen weich, rund aber nicht eindimensional, seidige tannine & feine unterlegte mineralität, pomerolartige struktur, etwas vanilleschote, sauerkirsche, frische reife zwetschgen, hauch schoko & frische trüffel, voll & elegant & rassig zugleich, grandioser wein...geht in richtung 94-96 punkte, weitere 10+ jahre. muss gestehen noch NIE von diesem wein gehört oder gelesen zu haben. 2. tag: der wein steht unverändert im glas, ein 30 jähriger australischer shiraz-cabernet blend der sicher nicht teuer war & noch so präsent ist.....unglaublich. änliche erlebnisse hat man auch mit kalifornischen cabernets - back to the roots ist zumindest teilweise der richtige weg.
Mittwoch, 23. Januar 2008
1981 clarke
top shoulder, 30 min. vorher dekantiert - brauch der wein unbedingt offene zedernwürzige nase, kühl, frisch geschnittene waldkräuter, sehr elegant & feingliedrig, sehr gute tiefe & komplexität, hauch reife brombeere, schwarzer pfeffer, etwas nasser schiefer. am gaumen auf dem punkt, reif, rund, balanciert mit deutlicher mineralität, kraftvoll im hintergrund, geschliffenes tannin, spürbare säure, kraftvoll & rund, etwas pflaumig & erdig, hauch grüner reifer paprika, auch hier die kühle, etwas tabakkiste, sehr langer & kraftvoller nussiger abgang, absoluter klassewein der einige der grossen deutlich hinter sich lässt!!! weitere 5+ jahre.
Freitag, 18. Januar 2008
1945 chateau olivier
fast into neck, originalverkorkt, erste flasche hatte einen gewaltigen kork - 2. warf fehlerfrei eher dezente nase, stroh, butterkeks, sehr reife stachelbeere, etwas heu, grüne bohnen, mittlere komplexität, nur ein allerkleinster hauch von oxidation. am gaumen sehr mineralisch, braucht luft, erdig, gewisse stumpfheit, zitronige säure, nicht der tiefste aber mehr als nur gut, limone, kalkig, hauch johannisbeere, gewisse saftigkeit, mittlerer bis langer zitroniger abgang. generell ein wein der um die 16 punkte liegt aber als trockener weisswein der inzwischen 63 jahre alt ist - 18 punkte. macht freude den wein zu trinken. keine veränderung am 2. tag.
Sonntag, 13. Januar 2008
3x katastrophale füllhöhe......
kann das noch trinkbar sein?
1969 clos de beze von leroy: hier war ein korken im Wein & einer korrekt im flaschenhals. 3 flaschen hatte ich erworben, mit sehr ähnlichem niveau wie auf den foto. die erste flasche, die ich öffnete, hatte weder einen korken in der flasche noch im wein. die kapsel war also der einzige "verschluss". es kommt durchaus vor, dass dies beim abfüllen passiert. die zweite flasche war die oben beschriebene - mit 2 korken - im wein & im flaschenhals. schliesst man einen extrem grossen zufallsfaktor aus, so standen diese 2 flaschen in der abfüllanlage direkt hintereinander. eine hatte, warum auch immer, keinen korken bekommen. dafür wurde die andere flasche mit 2 korken versehen. 1962 ausone: mit intaktem korken. 1961 cuvee rousseau delandes (hospice de beaune) von bouchard: bei der der korken, wie von panik befallen, bei der ersten minimalen berührung mit dem korkenzieher, in die flasche hinein fiel. 1961 bouchard: verbranntes holz, deutliche oxidation, schoko, port, rinde von holzofenbrot-kruste....am gaumen etwas karg, feigen, feine säure, blattwerk, dezente tannine, gewinnt mit luft, ein alter reifer aber noch sehr gut trinkbarer wein. bessere flaschen sollten spürbar besser sein. 1962 ausone: karge art, eher dezent, sehr kalkige nase(für einen sekundenbruchteil an kork gedacht, aber gleich wieder verworfen), elegant, feingliedrig, edel, balanciert, hauch trüffel & erdig, staubig........dann nach 10 min. kommt der kork ganz langsam um die ecke - trotzdem ist der wein am gaumen wunderbar elegant....mit weit ausladender struktur.....ohne kork sollte der wein hervorragend sein. sehr schade. es lohnt sich danach ausschau zu halten. 1969 clos beze: sehr offen, süsslich würziges aroma - kirschkerne, warmes kirschkompoot mit etwas vanillewürze & kardamon, sehr tief & komplex, wunderbar & animierend. am gaumen dominiert eine art phenolische stumpfes mundgefühl...durchaus mit sehr schöner frucht im hintergrund aber eben dieses dumpfe.....dürfte von dem immerhin über 30 jahre im wein geschwommenen korken kommen. auch hier: ein toller wein ohne diese beeinträchtigung. schade.
1966 les ormes de pez
high shoulder, 30 min. vorher dekantiert, offen, süsslich malzige nase, getr. feigen, zedernholz, mürbes cassis, tawny port, zwetschgenmus, schöne tiefe & komplexität. am gaumen kräftige säure, feinsandiges tannin, kräftige art, mürb-reife aromatik, toastige nuancen, auch hier reifer portcharakter, nicht die grosse tiefe, sogar etwas mineralisches im abgang, wieder einen positive überraschung - noch absolut gut trinkbar & weitere 5 jahre. eingekauft für chf 5.-
Samstag, 12. Januar 2008
1962 verdignan & st.-georges
30 min vorher dekantiert, verdignan into neck, st.-georges mid shoulder verdignan: offen, anfangs verbranntes toast - dann sehr gemüsig, bitterschoko, gewinnt mit luft - pfeffrig, brotrinde, creme brulee (ich weiss - das passt an sich garnicht..aber er roch danach) schwarztee. am gaumen rassig, mineralisch, weich, rund, feines tannin, spürbare säure, brotrinde, etwas grüne nuss & grüner paprika, toastig, langer leicht spröder abgang, absolut erstaunlicher wein!!!! wert danach ausschau zu halten. st.-georges: dezenter, dunkle rauchig speckige nase, soja würze, balsamico, etwas minze, kräuter, sehr tief & komplex, ...am gaumen mit fülle, weite den gaumen auskleidende struktur, weich, dörrpflaume, schoko, feinsandige tannine, wieder die soja würze & speckkuchen, reife säure, nasse mineralik, noch kraft & rückhalt, langer trockener abgang, ich kenne das weingut nicht aber der wein ist für die füllhöhe (mid shoulder) & ein eher unbekanntes chateau sensationel!! !! das sind die überraschungen die immer wieder das berühmte salz in der suppe sind. keine grossen chateaus und dann solche qualitäten !!
Mittwoch, 09. Januar 2008
1999 ruländer auslese - r & c schneider
relativ hochfarbig, sehr offen, wuchtiger duft nach gedörrten birnen, reifer banane, quitte, kokosraspeln, reife aprikose, akazienblüten, ....am gaumen herrlich barocke struktur, montrachet - und ein sehr guter , kraft, fülle, mineralität, reifes gelbes obst - quitte - rhabarberkompott, kokos, belegt den mund komplett, reife säurestruktur, nicht trocken aber perfekt ausbalanciert, nicht enden wollender kraftvoller satter abgang, wein steht minutenlang am gaumen. ein wein den die burgundischen franzosen durchaus fürchten müssen!! weitere 5-8 jahre lebensdauer.
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